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Marion Porten, Last
Chance

Vermund Thoe,
Saturday
Vermund Thoe,
Tuesday
PIEROGI Leipzig präsentiert die Erstlingsausstellung
von d21 Leipzig:
'Obscure Yourself', Videoarbeiten, kuratiert von Leif Magne Tangen
29. April bis 20. Mai 2006
Das Wort 'obskur'
hat vielerlei Bedeutungen. Im allgemeinen jedoch bezeichnet es etwas,
das unerreichbar oder auf irgendwie seltsam ist. Das Wort 'Yourself' (dich
selbst) bezieht sich auf die eigene Person. In der Ausstellung werden
Künstler vorgestellt, die ihre eigene Person subjektiv oder objektiv
in Ihren Filmen heranziehen. Dies geschieht auf direkte Weise, indem sie
selbst Darsteller in ihrem eigenen Film sind oder indirekt, über
das Heranziehen der eigenen Erfahrung Ideen entwickeln.
Der Film ist eine Anlehnung an Pedro Almodovars 'Kika'. Er zeigt ein Paar,
das angezogen nebeneinander im Bett liegt. Die Frau scheint sich sichtbar
unwohl zu fühlen. Mit dem Anschwellen der Musik fährt die Kamera
langsam zurück und gibt den Blick frei auf eine zweite Frau, die
geknebelt an einem Stuhl festgebunden ist. Das ist das Ende des Films.
Pedersen arbeitet als Choreografin. Ihre Videoarbeiten und Performances
sind geprägt von affektierten, dramatischen Gesten, wie man sie üblicherweise
im Theater vorfindet.
Vemund Thoe zeigt zwei Videos aus seinen Mobiltelefon-Tagebüchern.
Tuesday spielt in einem kleinen Apartment, in dem ein Mann umherläuft
und Unsinn redet. Der Protagonist (Thoe) lacht dazu und behauptet, nicht
zu filmen.
In Saturday besucht der Protagonist eine Frau – wahrscheinlich
eine Prostituierte. Die Regeln dieses Rollenspiels werden dem Betrachter
nicht deutlich gemacht.
Vemund Thoes Video hält sich mit Hinweisen zur Entschlüsselung
sehr bedeckt. Man könnte jedoch vermuten, dass es sich um den Versuch
des Künstlers dreht, in die Haut eines anderen zu schlüpfen,
eine skandalöse Persönlichkeit, die dem Mythos des Bohème
Künstlers am nächsten kommt.
Heman
Chong (* 1977) präsentiert seine Arbeit Untitled (72.9),
eine vierminütige Sequenz aus dem Film Solaris, die im wahrsten
Sinne auf den Kopf gestellt worden ist. Würde man versuchen, hinter
das Geheimnis der Videoarbeit zu gelangen, wäre dies vergebens. Der
Betrachter wird vielmehr mit Erscheinungsformen seiner eigenen Vorstellungskraft
und seinen verborgenen Wünschen konfrontiert.
Chong studierte bis 2002 am Londoner Royal College of Art und ist sowohl
als Künstler wie auch als Kurator tätig. Er war im Jahr 2003
bei der 50. Biennale von Venedig im Pavillon Singapurs vertreten.
Endre
Aalrust (*1973) arbeitet mit zwischenmenschlichen und strukturellen
Machtbegriffen. Der mehrdeutige Titel seines Films Ornamentik der
Aufklärung stellt eine Kombination zweier hoch komplexer Begrifflichkeiten
aus Kunstgeschichte und allgemeiner Geschichte dar.
Der Film konzentriert seine Aufmerksamkeit auf indiskrete Handlungen von
Menschen, wie etwa Menschen sich gegenseitig betrachten und beurteilen.
Jeder im Film vorkommende Gegenstand, wie z.B. eine Lidl-Einkaufstüte
oder eine Bockwurst, bezieht sich auf den sozialen Hintergrund seiner
Darsteller.
Aalrust studierte an der Universität Oslo (Ideenforschung), an der
Kunsthochschule Bergen sowie am Central St. Martins College in London.
Yvan
Derwéduwé (*1972) arbeitet hauptsächlich mit
Installationen, Sound oder Zeichnungen. Seine Arbeit ist die einzige dieser
Ausstellung, die sich auf eigene Erfahrungen stützt. In GODVERDOMME
versucht er zum ersten Mal in seinem Leben zu fluchen, in dem Glauben,
dass es ihn umbringen wird.
Derwéduwé war in Gruppenausstellungen im Amsterdamer Stedelijk
Museum sowie im MARTa Museum in Herford vertreten.
Marion
Porten (*1972) zeigt ihr in New York entstandenes Video Last
Chance. Sie beschreibt ihr Video mit den Worten:“[Last
Chance] zeigt auf, wie obskur eine alltägliche Verrichtung (mit
der Arbeit aufzuhören) wirken kann. Wenn man der Frau so zusieht
öffnet das gewisse Schubladen; die Frage nach Würde, Talent,
Kapitalismus, Energie, dem Altwerden [...]“.
Nach dem Studium an der HBK Braunschweig, der HfBK Dresden und der Royal
Academy of Fine Arts in Stockholm, erhielt Marion Porten eine Reihe von
Stipendien. Sie war 2004 als Künstlerin zu Gast im ISCP in New York.
Ihre Arbeit THE WAY YOU MOVE kann noch bis 7. Mai in der Gallerie
für Zeitgenössische Kunst Leipzig gesehen werden.
D21
ist ein neuer, nicht kommerzieller Kunstraum, der versucht, das Spektrum
zeitgenössischer Kunst in Leipzig zu erweitern. Er wird voraussichtlich
ab September 2006 seine Pforten in der Demmeringstrasse 21 in Lindenau
öffnen.
'Obsucre Yourself' ist eine Videoausstellung mit sechs Arbeiten von fünf
jungen Künstlern aus Mitteleuropa. Für die Dauer der Ausstellung
wird d21 ein temporärer Kunstraum in den Räumen von Pierogi
/ Leipzig sein.
PIEROGI Leipzig
Spinnereistrasse 7, Halle 10, 04179 Leipzig (Plagwitz)
Email: Öffnungszeiten: 11 – 18 Uhr, Dienstag bis Samstag, und
nach Vereinbarung
PIEROGI Leipzig
Spinnereistrasse 7, Halle 10 Leipzig (Plagwitz), Germany 04179
E. info@pierogileipzig.com
/ Tel. +49 (0)341 241 90 80 / Fax +49 (0)341 241 90 82
Hours: 11am to 6pm, Tuesday through Saturday, and by appointment
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